Wow – wer hätte das gedacht: Berlin legt 2018 und 2019 Geld auf den Tisch für die Förderung gewerblicher UND privater Lastenfahrräder! Laut Pressemitteilung vom 13.04. 18 stehen ab Mai 130.000 Euro für privat und 70.000 Euro für gewerblich genutzte Lastenräder zur Verfügung, für 2019 wird der Gesamtbetrag gar auf 500.000 Euro erhöht. Der Zeitpunkt der Meldung über die Lastenradförderung Berlin ist sicher nicht zufällig, denn an diesem Wochenende läuft die VELO Berlin, in diesem Jahr erstmals auch zusammen mit dem Internationalen Cargobike-Festival, das bisher in Nijmegen in den Niederlanden sein Zuhause hatte. Die für den Fördersegen verantwortliche Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für die Grünen) eröffnete die Messe. Das nennt sich wohl Just-In-Time-Delivery…

„Lastenräder werden immer beliebter im privaten und beruflichen Alltag. Die Transporträder sind praktisch, umweltfreundlich und eine preiswerte Alternative zum Auto in der Stadt. Mit Elektrounterstützung ist der Fahrspaß auch auf längeren Strecken und mit schwereren Lasten garantiert.“
(Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz)

Mit einer Fördersumme von maximal 33% des Kaufpreises bzw. maximal 1.000,- Euro pro Elektro-Lastenrad und 500,- Euro pro normales Lastenfahrrad, wird es für so manchen Messebesucher Anlass geben, noch mal eine Extrarunde um die Cargobike-Anbieter auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof zu drehen. Für gewerbliche Anwender ist das vielleicht doch der entscheidende Anreiz, in den Einsatz von Lastenrädern im Betrieb hineinzuschnuppern, wohl kaum sonst erhält man so leicht Gelegenheit, die unterschiedlichsten Lösungen für private und professionelle Nutzungen einmal vergleichen zu können. Aussteller und Besucher finden auf der VELO eine Menge Freiraum für ihre Produkte und Teststrecken zum ausgiebigen Probefahren. Einspurer, Dreispurer, Neigetechnik, Lenkungsvarianten… es gibt eine Menge, worüber sich trefflich grübeln läßt, bevor man die Entscheidung trifft, selbst wenn sie durch eine Förderung erleichtert werden sollte. Letztlich reicht die diesjährige Förderung wohl auch nicht für deutlich mehr als 200 Lastenräder – zwar nicht überwältigend, aber ein gutes und wichtiges Signal für und aus Berlin.

Spannend ist wohl die Frage, wieviele Tage es dauern wird, bis die Quote ausgeschöpft sein wird. Dass Ende Mai noch Geld im Topf der Lastenradförderung Berlin sein wird, ist extrem unwahrscheinlich (jedenfalls wenn genug Mitarbeiter zur Bearbeitung der Anträge eingesetzt werden können).

Foto: M. Stoß, 2017
Text: M. Stoß