Gute Nachrichten aus der Welt des Zu-Fuß-Gehens gibt es so selten, dass wir uns hier mal wieder auf unbekanntes Terrain wagen, nur um etwas über das Laufen sprechen zu können. Wir sind hier keine Pferdeexperten, aber die “Horserunners” finden wir trotzdem fein. Wer schon mal mit Fahrradschuhen durch die Gegend stakste, kann vielleicht nachempfinden, warum. 😉

Schon in der Antike gab es das Bedürfnis, Pferdehufe besser zu schützen, anfangs mit weichen Wickeln… äh Hipposandalen…  und spätestens seit dem frühen Mittelalter auch verstärkt mit den uns bekannten genagelten Hufeisen. Seitdem herrschte lange Stillstand bei der Fortbewegung zu Pferde. In den 70iger Jahren kamen erste kommerzielle Hufschuhe (hoof boots) auf und das Barfußlaufen (der Pferde) wurde unter Pferdefreunden populärer. Der ernste Hintergrund: mehr als die Hälfte der an Huf- und Beinproblemen verletzten Pferde sterben oder müssen getötet werden. Der Österreicher Charly Forstner, ein Tierschutzinspektor aus der Steiermark, entwickelte deshalb schon vor 20 Jahren seine ersten alternativen Hufbeschlagartikel aus Kunststoff. Jetzt geht er mit der nächsten Idee an den (Kick)Start: ein Hufschutz zum An- und Ausziehen, der aussieht wie ein Zwischending aus Hufeisen und geschlossenen Hufschuh-Modellen.

Machen einen schlanken Fuß: die Horserunners am lebenden Objekt (Foto: Megasus Horserunners)

Machen einen schlanken Fuß: die Horserunners am lebenden Objekt (Foto: Megasus Horserunners)

Die “Megasus Horserunners” genannten Hufschuhe werden nur angezogen, wenn man sie benötigt. Sie bewahren die natürliche Eigenschaft der Hufe, in gewissem Maße auf Bodenunebenheiten reagieren zu können, ohne die Gelenke zu belasten.

Die Funktionsweise der Horserunners im Vergleich zum tradtionellen Hufeisen (Grafik: Megasus Horserunners)

Die Funktionsweise der Horserunners im Vergleich zum tradtionellen Hufeisen (Grafik: Megasus Horserunners)

Die Lauffläche besteht aus 2 unterschiedlichen Kunststoffen, um einerseits eine abriebbeständige Unterseite zu gewährleisten, anderseits eine dämpfende Lage im Kontakt mit der Hufunterseite zu bieten. Die Befestigung des Klettbandes erfolgt über eine simple Klebefläche auf der Rückseite des Bandes. Der Huf wird dafür zunächst etwas aufgeraut und gereinigt, dann wird die Position des Klettbandes markiert und das Band angesetzt. Es verbleibt über die ca. 3-wöchige Haftzeit am Huf, auch wenn die “Horserunner” selbst zwischenzeitlich abgenommen werden. Schlamm und Wasser machen der Befestigung nichts aus. Die Haftzeit ist dagegen allein schon deshalb begrenzt, weil der Huf fortlaufend nachwächst und sich die Befestigungszone damit am Huf immer weiter verschiebt.

Die Horserunners im Detail (Foto: Megasus Horserunners)

Die Horserunners im Detail (Foto: Megasus Horserunners)

Das Bindeglied zwischen Lauffläche und Klettband sind eine Reihe von Kunststoffclips. Ein paar pfiffige Ideen rund um die Hufschuhe ergänzen das ganze. So wird z.B. die Klettseite des Haftbandes während der Barfuß-Zeiten durch eine Schutzfolie abgedeckt, die gleichzeitig als Reflektorfläche ausgelegt ist.

Das Horserunners Hufschuh-Gesamtprodukt (Foto: Megasus Horserunners)

Das Horserunners Hufschuh-Gesamtprodukt (Foto: Megasus Horserunners)

Wie heißt es so schön bei Megasus: “Das Ende der Eisenzeit für Pferde”

Fotos: Megasus Horserunners GmbH
Text: M. Stoß