Tramgleise bedeuten immer eine Sturzgefahr für Radfahrer, entweder durch Verklemmen der Laufräder in der Schiene oder durch Wegrutschen. Auch mit einem zweispurigen Lastenrad, einem Trike oder einem Kinderanhänger muss man schon sehr aufpassen, um nicht in der Schiene hängenzubleiben. Im Winter sind Gleise manchmal unter der Schneedecke schwer im Verlauf einzuschätzen, die Sturz- und Rutschgefahr ist noch einmal sehr viel höher.

Tramräder müssen in einer Führung rollen, Fahrräder brauchen eine ebene Oberfläche – Radfreundliche Tramgleise: nur ein Traum? Zürich liegt nicht umsonst im Land der Erfinder, mit Achselzucken und “Geht nicht” gibt man sich dort nicht zufrieden. Schon 2007 versuchten die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ), herkömmliche Schienen mit einem Gummi-Füllmaterial gegen Stürze abzusichern, allerdings mit unbefriedigendem Ergebnis. Auch davon ließ man sich nicht abbringen und hat im August 2013 einen neuen Versuch gestartet. Diesmal wurden eigens entwickelte Schienen verbaut und erneut mit einem Gummiprofil versehen. Die Testfahrten der Radler verliefen diesmal auch nach einigen Monaten noch sehr ermutigend, allerdings kann die notwendige Haltbarkeit des Füllmaterials noch nicht mit dem geforderten Wartungsrythmus Schritt halten. Die Gleise müssen routinemäßig alle 1-2 Jahre überarbeitet (u.a. geschliffen) werden – das ist die nötige Mindesthaltbarkeit, um eventuell an der Gummifüllung entstehende Schäden gleich mit auszugleichen. Im Langzeitversuch bis Mai 2014 ist der Wartungsaufwand bisher deutlich zu hoch gewesen, immer wieder waren Kontrollen und Reparaturen der radfreundlichen Tramgleise nötig.

Die VBZ wollen aber auch diesmal nicht aufgeben und suchen zusammen mit ihren Industriepartnern nun nach der idealen Materialmischung, die den geforderten Einsatzzeitraum überdauern kann. Die Kosten an dem 100m langen getesteten Gleisabschnitt betrugen 2,7 Mio. Franken für die regulären Arbeiten, 415.000 Franken fielen für den Radfahrerschutz an.

(Quelle und Fotos: PM der Stadt Zürich)