Neue Materialien scheinen der Trend bei Fahrradschlössern zu sein. Man denke an das (nach einem Stiftung-Warentest-Flop zweifelhafte) Titanschloss TiGR oder das erfolgreiche LiteLock, das auf moderne Kunststoffe setzt. In diese Richtung geht auch das Tex-Lock, ein Fahrradschloss aus textilen Grundmaterialien, das gerade seinen Kickstart bekommt. Der Vorteil: ein solches Schloss kann deutlich leichter sein und dabei dennoch flexibel bleiben. Tex-Lock wurde von einem Leipziger Start-Up entwickelt. Erfreulich und dabei für son Techiezeug noch immer ungewöhnlich: Hinter Idee und Produkt stecken drei Frauen. Die Geschäftsführerin Alexandra Baum und die Leiterin der Produktentwicklung Suse Brand kommen aus der Textilbranche und bringen dieses textilbezogene  Know-how ein. Alexandra weist außerdem Erfahrungen aus 13 Jahren als selbstständige Unternehmerin auf. Die Vertriebsleiterin Katja Käseberg komplettiert das Trio und ist für die Ansprache von Partnern und Kunden zuständig.

Kernstück dieses Fahrradschlosses ist der textile Kabelteil, am Ende mit 2 soliden Ösen versehen, in die ein mitgeliefertes Vorhängeschloss eingeführt wird. Einstweilen werden 3 Längen (80 – 120 – 180 Zentimeter) und 2 Schlossvarianten angeboten, die XL-Variante verfügt über eine besonders große Öse, durch die auch das andere Ende samt kleinerer Öse noch hindurchgesteckt werden kann. So läßt sich prima eine Schlaufe binden.  Die Ösen der kurzen Variante sind mit 13mm Innendurchmesser etwas klein. Bei den längeren Varianten sollte man aber auch ein reguläres Bügelschloss in die Ösen stecken können. Damit fiele auch die mögliche Schwachstelle mit den mitgelieferten Vorhängeschlössern weg – hierzu liegen eben keine wirklichen Infos vor. Eine Kabellösung wie diese ist natürlich top um nicht nur sämtliche Radteile zu sichern, sondern sie auch gleichzeitig an einen festen Gegenstand anschließen können. Für die Befestigung am Rad gibt’s auch noch ein feines Magnetsystem, alternativ kann man sich das anschmiegsame Teil natürlich auch um den Bauch binden. 

Die Bewertung der Sicherheit der Gesamteinheit bleibt noch intensiveren Testdurchläufen überlassen. Zur Zeit werden nur Zerstörungsversuche mittels Bolzenschneider und Gasbrenner gezeigt. Ein Gasbrenner dürfte zu den seltener eingesetzten Werkzeugen gehören, um ein Fahrradschloss zu knacken und für Vorhängeschlösser gilt es eher, Lock-Picking auszuschließen. Der ultimative Test für alle Materialien stellt natürlich eine Akku-Flex dar (hier hilft höchstens das Skunk-Lock). Alles in allem ein ansprechendes Fahrradschloss, dem man zunächst einmal eine hohe Sicherheit unterstellen darf, zumindest, wenn man es mit einem bewährten Schloss statt der mitgelieferten Vorhängeschlösser kombiniert (vielleicht tut man diesen damit aber auch Unrecht, nichts genaues weiß man halt nicht). Tex-Lock wird als nächstes auf der Berliner Fahrradschau vom 03.-05. März zu sehen sein, zusammen mit Retrovelo.

Die Kickstarter-Kampagne hat schon nach 2 Tagen das Kampagnenziel erreicht, man muss kein Prophet sein, um zu sagen, dass die 3 Leipzigerinnen hier einen echten Bedarf getroffen haben. Wir drücken die Daumen für maximale Erfolge!

Fotos: Tex-Lock

Text: M. Stoß