Die Idee ist nicht so ganz neu. Der österreichische Verkehrsforscher Hermann Knoflacher erfand bereits 1975 das „Gehzeug“, einen Holzrahmen mit den Dimensionen eines Autos, den sich Fußgänger umhängen können, um das eklatante Missverhältnis zwischen bewegten Passagieren und hierfür beanspruchter Fläche im städtischen Raum deutlich zu machen. Nun gibt es das  Uber Gehzeug, zumindest im nachstehenden Video. Uber gilt als ein Dienstleister, der sich mit dem vorgeblichen Teilen von Resourcen selbst als Lösung des Verkehrsinfarktes der Städte sieht, dem aber auch vorgeworfen wird, ein schädliches Geschäftsmodell zu verfolgen. Die Fahrer klagen immer wieder über das Prinzip Selbstausbeutung und reguläre Taxidienste fürchten,  unrentabel zu werden. Viele Staaten und Städte versuchen deshalb auch, Uber juristisch kalt zu stellen oder die negativen Folgen einzugrenzen (mehr zu Uber hier). 

Wie auch immer – in diesem Werbespot für das eigene Geschäftsmodell visualisiert das Uber Gehzeug die Knoflacher’sche Kritik am Platzverbrauch des Autos auf geniale Weise und das ist doch zumindest schon mal sehenswert:

Man sollte dabei nicht vergessen, womit Uber letztlich Geld verdient: mit der Fortbewegung im Auto. Aber so ist das ja generell mit Werbung: trau, schau wem. Man kann die Lösung auch woanders suchen. In mehr öffentlichem Nahverkehr, mehr Fußverkehr, mehr Radverkehr. Doch wie bekommt man z.B. mehr Radverkehr in die Städte, wenn der Platz durch Autos belegt ist? Schwierige Frage – aber nicht für Leute ab 9 Jahren…

Video oben: Uber
Video unten: Mikael Colville-Andersen
Text: M. Stoß